Blutegelanwendung
Das Setzen von Blutegeln gehört ebenso zu den Ausleitungsverfahren über die Haut wie das blutige Schröpfen, das Setzen eines Cantharidenpflasters oder das Baunscheidtieren. Die Therapie mit Blutegeln war - wie so viele Ausleitungsmethoden - schon im Altertum bekannt. Heutzutage werden die verwendeten Blutegel eigens gezüchtet, um eine Übertragung von Krankheitserregern sicher zu vermeiden.
Einige Menschen verspüren bei dem Begriff "Blutegel" eine gewisse Abneigung. Erfahrungsgemäß legt sich diese aber schon bald, nachdem die Patienten die positiven Wirkungen des "Hirudo medicinalis officinalis" - wie der Egel offiziell heißt - am eigenen Körper erfahren haben.
Für das Setzen von Blutegeln wird insgesamt ca. 1,5 bis 2 Std. Zeit benötigt, je nachdem, wie "bissfreudig" die Tierchen sind und wie viele von ihnen gesetzt werden. Zuerst bestimme ich die zu behandelnden Körperstellen und lege den Egel auf die Haut auf. Nachdem sich das Tierchen festgesetzt hat, saugt es ca. 8-10 ml Blut in seinen Körper. Entscheidend ist jedoch nicht diese Blutmenge, sondern die Tatsache, dass die kleine Wunde noch bis zu 24 Std. leicht nachbluten kann. Dieser Effekt kommt dadurch zustande, dass mit dem Egelbiss verschiedene Stoffe in Ihren Blutkreislauf gelangen, die blutverdünnend, gerinnungshemmend, antientzündlich und Lymphstrom beschleunigend wirken. Dadurch erfolgt eine massive Entstauung und Entgiftung, was vor allem bei venösen Leiden und entzündlichen Erkrankungen sehr erwünscht ist.